Leserbrief der


vom 09.05.2026

Bedarf Sonderlösungen

Betrifft: Artikel „Sperrwerk keine Antwort“ (EJZ vom 30. April)

Zum Artikel sind ein paar Aspekte zu ergänzen: So wird nicht erwähnt, dass im Arbeitskreis zu Sperrwerkalternativen innerhalb des Dialogprozesses viele Konfliktpunkte konstruktiv und sachlich bearbeitet wurden. Es ist dabei deutlich geworden, dass es an einigen kritischen Punkten Sonderlösungen bedarf. Die erwähnten Alteichen bei Quarnstedt können so oder auch durch eine leicht geänderte Trassenführung erhalten bleiben. Es ist bedauerlich, dass der Dialogprozess trotz eines noch ausstehenden Treffens der Arbeitskreise abgebrochen wurde.

Sollte ein weiteres Gutachten diese Punkte nun aufgreifen und Machbarkeit und Kosten ermitteln, sind wir auf die Ergebnisse gespannt. Das Sperrwerk ist die vermeintliche „einfache“ Lösung, die auch an nahezu allen Zuflüssen an der Elbe etabliert ist. Genau dies ist leider das Problem, denn mit jedem versperrten Zufluss ging nicht nur wertvoller Lebensraum verloren, sondern auch Überschwemmungsraum, der im Hochwasserfall fehlt. Lokal ist das sehr nachvollziehbar, denn es ist vor Ort ein wirksamer Schutz.

Das Problem einer (noch größeren) Hochwasserwelle wird weiter flussabwärts verlagert. Diese Ausbau-Tradition ist neben der jahrzehntelang praktizierten, großflächigen und schnellen Entwässerung unserer Landschaft und der weiterhin zunehmenden Versiegelung eine Ursache der steigenden Hochwassergefahr. Die Klimakrise verschärft diese Situation. Dringend erscheint daher ein verbindlicher Ansatz, der den Wasserrückhalt auf allen Ebenen (Kommunen, Landkreise) deutlich steigert. Mehr Schwämme in der Landschaft im gesamten Einzugsgebiet der Elbe verlangsamen den Abfluss und verringern die Gefahr extremer Hochwasserwellen.

 

Oliver Schumacher
Dannenberg
Referent für die Elbtalaue beim Nabu Hamburg und Vorstandsmitglied des Nabu-Kreisverbands Lüchow-Dannenberg

Bearbeitet am: 09.05.2026/ad


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